Sicherheit

Zuletzt geändert: Juli 29, 2026

Ein sicheres Elektroauto kann mehr, als einen Labortest zu überstehen. Es verbindet Systeme, die den Fahrer beim Vermeiden von Gefahren unterstützen, eine Struktur und Rückhaltesysteme zur Beherrschung der Aufprallkräfte sowie Hochvolt-Schutzmaßnahmen, die nach einer Kollision Insassen und Rettungskräfte schützen.

Polestar 3 Crashtests
Euro NCAP

Sicherheit ist ein System

Fahrzeugsicherheit lässt sich am besten als Abfolge verstehen, nicht als einzelne Funktion oder Sternebewertung:

  1. Systeme für sicheres Fahren unterstützen Aufmerksamkeit, Sicht, Geschwindigkeitskontrolle und ein berechenbares Fahrzeugverhalten.
  2. Systeme zur Unfallvermeidung warnen den Fahrer oder greifen ein, wenn eine Kollision wahrscheinlich wird.
  3. Der Unfallschutz nutzt Karosseriestruktur, Sicherheitsgurte, Airbags, Sitze und Kopfstützen, um den Überlebensraum zu erhalten und die Belastungen des Körpers zu steuern.
  4. Die Sicherheit nach dem Unfall isoliert Gefahren, ermöglicht einen Notruf, hilft den Insassen beim Verlassen des Fahrzeugs und stellt Rettungskräften die benötigten Informationen bereit.

Euro NCAP hat diese vier Phasen zur Grundlage seiner Bewertungsstruktur für 2026 gemacht. Sie bilden auch einen nützlichen Rahmen zur Beurteilung eines einzelnen Fahrzeugs: Eine Stärke in einer Phase kann eine schwerwiegende Schwäche in einer anderen nicht vollständig ausgleichen.

Vor dem Unfall: aktive Sicherheit und ADAS

Aktive Sicherheit umfasst die Fahrzeugfunktionen, die dazu dienen, die Kontrolle zu behalten oder eine Kollision zu verhindern. Dazu gehören zunächst Grundlagen wie Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Lenkung, Stabilitätsregelung, Sicht und eine klare Bedienschnittstelle. Hinzu kommen fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme.

Die Serie zu Fahrerassistenzsystemen (ADAS) erklärt diese Systeme ausführlich. Zu den wichtigen Funktionen der Unfallvermeidung zählen Frontkollisionswarnung, die den Fahrer vor einem entstehenden Konflikt warnt, automatische Notbremsung, die bremsen kann, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert, Spurhalteassistent, die bei unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur warnen oder eingreifen kann, und Fahrerüberwachung, die prüft, ob der Fahrer aufmerksam und reaktionsfähig bleibt.

Diese Systeme haben Einsatzgrenzen. Wetter, Fahrbahnmarkierungen, verdeckte Sensoren, Geschwindigkeit, Art des Ziels und Fahrerverhalten können die Leistung beeinflussen. Assistenz senkt das Risiko; sie macht das Fahrzeug weder selbstfahrend noch entbindet sie den Fahrer von seiner Verantwortung.

Während des Unfalls: Struktur und Rückhaltesysteme

Die passive Sicherheit übernimmt, wenn sich eine Kollision nicht vermeiden lässt. Die strukturelle Sicherheit erzeugt außerhalb der Fahrgastzelle kontrollierte Verformungen und versucht gleichzeitig, den Überlebensraum um die Insassen zu erhalten. Sie muss Belastungen bei Front-, Seiten- und Heckaufprall, Überschlag und Unterbodenaufprall bewältigen, ohne gefährliches Eindringen zu verursachen.

Die Sicherheitsgurte sind die wichtigsten Rückhaltesysteme. Sie halten die Insassen in einer Position, in der die Struktur und andere Rückhaltesysteme sie schützen können, während Gurtstraffer und Kraftbegrenzer Bewegung und Gurtkraft steuern. Die Airbags ergänzen die Gurte, indem sie bestimmte Kontaktbereiche abpolstern; sie sind kein Ersatz für das Anlegen des Gurtes.

Die Qualität der gesamten Rückhaltestrategie ist wichtiger als die Zahl der Airbags oder die Verwendung eines bestimmten Materials. Sensoren, Auslösezeitpunkt, Gurtgeometrie, Sitzposition, Airbagabdeckung und Strukturverformung müssen für Insassen unterschiedlicher Größe zusammenwirken.

EV-spezifischer Schutz

Batterieelektrische Fahrzeuge bringen Gefahren mit sich, die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nicht haben: ein elektrisches Hochvoltsystem und ein großes wiederaufladbares Energiespeichersystem. Batteriegehäuse, umliegende Schweller und Querträger, Überwachung der elektrischen Isolation, Schütze oder pyrotechnische Trennelemente sowie Maßnahmen nach einem Unfall sind sämtlich Teil des Sicherheitskonzepts.

Bei einem entsprechend schweren Unfall kann das Fahrzeug die Traktionsbatterie vom Hochvoltbus trennen. Physische Schäden am Batteriepaket können dennoch eine Überwachung erfordern, weil eine beschädigte Zelle einen internen Kurzschluss oder ein verzögertes thermisches Ereignis entwickeln kann. Batteriesicherheit erläutert Zellschutz, thermische Ausbreitung, Hochvolt-Isolation und Notfallmaßnahmen ausführlicher.

Ein Elektroauto ist nicht allein deshalb automatisch sicherer oder unsicherer, weil seine Batterie im Fahrzeugboden sitzt. Ein niedriger Schwerpunkt kann die Überschlagneigung verringern, und die Anordnung des Antriebs kann den Ingenieuren andere Lastpfade eröffnen. Entscheidend bleiben jedoch Fahrzeugmasse, Struktur, Abstimmung der Rückhaltesysteme, Batterieschutz und Unfallkompatibilität.

So lässt sich ein Fahrzeug beurteilen

Beginnen Sie mit einer aktuellen unabhängigen Bewertung für das genaue Modell, den Markt, das Modelljahr, die Karosserieform und die Sicherheitsausstattung. Lesen Sie anschließend die Kategorienoten und Testkommentare, statt nur auf die Sterne zu schauen. Ein Fahrzeug kann die vorderen Insassen gut schützen und zugleich für Fondinsassen, ungeschützte Verkehrsteilnehmer, Unfallvermeidung oder Rettungsmaßnahmen nach dem Unfall schwächer abschneiden.

Bewertungen verschiedener Organisationen sind nicht austauschbar, und Bewertungen aus unterschiedlichen Jahren können auf verschiedenen Protokollen beruhen. Crashtests und Sicherheitsbewertungen erklärt, was die wichtigsten Tests messen, wie die aktive Sicherheit bewertet wird und wie sich ein Ergebnis lesen lässt, ohne es überzubewerten.

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Quellen

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