Displays in Elektroautos
Displays ermöglichen einem Elektroauto, wechselnde Informationen darzustellen und Bedienelemente per Software neu zu konfigurieren. Die reine Bildschirmfläche sagt jedoch wenig über die Bedienbarkeit aus. Entscheidend ist, wofür jedes Display zuständig ist, wie schnell der Fahrer es erfassen kann und wie viel Aufmerksamkeit eine Handlung verlangt.
Die Aufgaben von Displays
Ein modernes Elektroauto kann Informationen auf ein Fahrerdisplay, einen zentralen Touchscreen, ein Klimabedienfeld, ein Beifahrerdisplay, Fond-Unterhaltungsbildschirme und ein Mobilgerät verteilen. Jeder Ort hat eine andere Zielgruppe und ein anderes Aufmerksamkeitsbudget.
Der Fahrer benötigt eine stabile Anzeige von Geschwindigkeit, Warnungen, Ladezustand, Fahrmodus und aktiver Assistenz. Navigation, Ladeplanung, Medien, Kameras und Fahrzeugeinstellungen brauchen mehr Raum und Interaktion. Unterhaltung für Passagiere sollte visuell und funktional von der Fahraufgabe getrennt bleiben.
ISO 15008 definiert Mindestanforderungen an Bildqualität und Lesbarkeit dynamischer visueller Informationen, die einem Pkw-Fahrer während der Fahrt angezeigt werden. Sie behandelt unter anderem Zeichenlesbarkeit und Farberkennung, schließt jedoch Karten, Kamerabilder und über die Außensicht gelegte Informationen aus. Diese Ausnahmen erinnern daran, dass „Displayqualität“ nicht mit einer einzigen Prüfung erfasst wird. ISO 15008:2017 — In-vehicle visual presentation
Fahrerdisplays
Ein digitales Kombiinstrument ersetzt oder ergänzt herkömmliche Anzeigen. Seine Stärke sind dauerhaft verfügbare, auf einen Blick erfassbare Informationen: Geschwindigkeit, Ladezustand, Reichweitenkontext, Kontrollleuchten, Navigationshinweise, Leistung und Rekuperation sowie der Fahrerassistenzstatus.
Eine Anpassung kann helfen, wenn sie die Gewichtung verändert, ohne kritische Informationen unvorhersehbar zu verschieben. Der Fahrer sollte sich nicht merken müssen, welches Layout eine Warnung enthält oder ob ein Assistenzsymbol nur wegen eines Themenwechsels verschwunden ist.
Das eigene Kapitel über EV information design erläutert, wie Ladezustand, Ankunftsprognose, Verbrauch, Laden und thermische Grenzen priorisiert werden sollten.
Zentrale Displays
Das Zentraldisplay eignet sich für informationsreiche Aufgaben: Karten, Routenplanung, Ladepunktauswahl, Kamerabilder, Energieverlauf, Medien, Klimadetails und Konfiguration. Es kann aber auch zum wichtigsten Ausfallpunkt im Cockpit werden, wenn jede Funktion von einem Bildschirm abhängt, häufige Aktionen verborgen sind oder ein Update Bedienelemente ohne klare Übergangslösung verlegt.
Gute Software hält den aktuellen Fahrkontext sichtbar, während ein zweites Bedienfeld geöffnet ist. Sie verwendet große, gut getrennte Ziele, begrenzt lange Listen und Texteingaben während der Fahrt, erhält einen schnellen Rückweg und bestätigt Eingaben, ohne einen weiteren langen Blick zu verlangen.
ISO 16673 beschreibt eine Verdeckungsmethode zur Messung der visuellen Beanspruchung durch visuelle oder visuell-manuelle Fahrzeugschnittstellen. Auch die freiwilligen NHTSA-Leitlinien bewerten vollständige Aufgaben, statt ein großes Berührungsziel als Beleg für eine sichere Interaktion anzusehen. ISO 16673:2017 — Occlusion method for visual demand NHTSA — Visual-Manual Driver Distraction Guidelines
Klima- und Passagierdisplays
Ein eigenes Klimadisplay kann Komfortbedienelemente verfügbar halten, während das Hauptdisplay die Aufgabe wechselt. Der Nutzen hängt von Position, Zielgröße, taktilen Hinweisen und davon ab, ob grundlegende Entfeuchtungs- und Temperaturaktionen direkt zugänglich bleiben.
Beifahrerdisplays können Routeneingabe, Medien, Sitzfunktionen und Reiseinformationen unterstützen. Das System sollte verhindern, dass bewegte Bilder oder Interaktionsmuster den Fahrer ablenken, und deutlich machen, welcher Nutzer welche Zone steuert.
Fond-Displays dienen vor allem der Unterhaltung. Befestigung, Helligkeit, Audioführung, Konnektivität und Kindersicherung sind wichtiger als ihr Beitrag zum Fahren.
Anordnung, Optik und Integration
Die Displayposition bestimmt Blickwinkel und Reichweite. Ein hohes Display kann näher an der Straßensicht liegen, aber die Sicht nach vorn behindern. Ein tiefes Display ist möglicherweise leichter erreichbar, erfordert jedoch eine größere Augenbewegung. Ein breites Armaturendisplay kann Aufgaben auf die Insassen verteilen, doch Reflexionen und visuelle Dichte wachsen mit seiner Fläche.
Nützliche Displayspezifikationen umfassen Leuchtdichtebereich, Kontrast im Sonnenlicht, Schwarzwert bei Nacht, Blickwinkel, Auflösung am normalen Augenpunkt, Bildwiederholungsverhalten, Verhalten mit polarisierenden Brillen und automatische Dimmung. Berührungslatenz und Animationsdauer zählen, denn auch eine optisch hochwertige Oberfläche kann unsicher wirken, wenn Rückmeldungen spät eintreffen.
Berührungseingabe und direkte Bedienelemente
Touchscreens sind wirksam, wenn der Nutzer eine Karte, Tastatur, flexible Liste oder wechselnde Auswahl benötigt. Sie sind schwächer, wenn der Fahrer ein kleines Bedienelement ertasten, es auf unebener Strecke betätigen oder eine dringende Aktion ohne Hinsehen wiederholen muss.
Es geht nicht um einen Wettstreit zwischen Glas und Tasten. Ein gutes Cockpit nutzt Physical controls für Aktionen, die von stabiler Position und taktiler Auffindbarkeit profitieren, und den Bildschirm für Details, Erklärungen und Konfiguration. Das aktuelle Safe-Driving-Protokoll von Euro NCAP spiegelt diese Unterscheidung wider, indem es direkte physische, direkte Berührungs-, Sprach- und menübasierte Eingaben nach Funktion und Zugangsweg bewertet. Euro NCAP — 2026 Safe Driving protocols
Was Käufer prüfen sollten
- Sind Geschwindigkeit, Ladezustand, Warnungen und Assistenzstatus ohne Seitenwechsel lesbar?
- Bleibt das Zentraldisplay in direktem Sonnenlicht lesbar und ist es nachts angenehm dunkel?
- Sind Temperatur, Scheibenentfeuchtung, Lautstärke und wichtige Assistenzfunktionen ohne langes Suchen erreichbar?
- Lassen sich Berührungsziele auf unebener Fahrbahn bedienen?
- Zeigt die Benutzeroberfläche nach jeder Eingabe sofortige Rückmeldung?
- Kann sich der Fahrer schnell aus einem falschen Menü oder einer versehentlichen Berührung lösen?
- Entfernt ein Software-Neustart wesentliche Informationen oder Bedienelemente?
- Können Passagiervideos oder -interaktionen den Fahrer ablenken?
- Erscheinen Kamerabilder schnell und bleiben sie bei wenig Licht nutzbar?
Die beste Displayanordnung verteilt Aufmerksamkeit sorgfältig. Sie hält Fahrinformationen stabil, verlagert Komplexität in den passenden Kontext und bietet für wichtige Aktionen einen verlässlichen Weg.